BYE BYE my love CREW REPUBLIC AB INBEV steigt bei Crew Republic ein

Was bedeutet das schon, wenn sich ein kleiner Craftie einen großen Partner besorgt? Dieser Tage wurde bekannt, dass AB INBEV bei Crew Republic einsteigt. AB InBev ist der größte Brauereikonzern der Welt. Rund 30% des weltweit verkauften Bieres stammt aus diesem Konzern. Budweiser, Corona, Stella Artois oder in Deutschland Beck´s, Diebels, Franziskaner und viele mehr gehören zu diesem Konzern. Und nun legen sich die Crew Republikaner mit denen ins Bett?

„Seit unseren Anfängen mit unseren ersten Hausbrauversuchen in meiner Münchner Wohnung im Jahr 2011, sind wir einen langen Weg gegangen. Mit AB InBev haben wir nun den richtigen Partner, um das Thema endlich großzumachen“, wird Mario Hanel in der oben verlinkten Meldung zitirt. Hanel und Schnigula, das sind Crew Republic. Beide sind Seiteneinsteiger, also keine Brauer, sie arbeiteten in der Unternehmensberatung, als sie die Liebe zum Bier, zu anderem Bier, gepackt hat. Die Jungs haben natürlich einiges riskiert. Sie kündigten ihre Jobs 2011 und haben sich „auf den Weg“ gemacht. Seit 2015 haben sie in Unterschleißheim eine eigene Brauerei. Das hat sicher Geld gekostet und muss alles bezahlt werden.

Hopfenjünger Johannes hat zu Crew Republic eine besondere Beziehung: 2014 hatte er das erste mal ein IPA im Glas. Es begann eine stürmische Liebe zu Craftbier, die bis heute hält. Er erzählt das eigentlich bei jedem Tasting. Das wuchtige IPA „Escalation 7:45“ der Crew flutete seine Geschmacksknospen und küssten den pilserprobten Eifler in Sachen Bier wach. Hopfenjünger Marco hat bis heute Johannes als „Johannes Escalation“ in seinem Mobiltelefon gespeichert.

Was ist an AB INBEV böse?

Nun besitzt der Brauerei-Multi AB InBev auch andere Craftmarken, allen voran ein Stern der Craftbierszene: Goose Island, aus Chicago. Das sind die, die in den 90ern die ersten waren, die ein Imperial Stout in Bourbon-Fässern lagerten. Seit sie zu AB InBev gehören, sind die Craft-Puristen natürlich enttäuscht. Die Hopfenjünger konnten sich 2018 ein paar Pullen des sicher professioneller vermarkteten und mit verbesserten Design ausgestatteten aber trotzdem weiterhin mega gehypten Biers sichern und feststellen: Ohja, ein Goose Island Bourbon County ist immer noch verdammt geile Scheiße.

Escalation 7:45 – flutendende Geschmacksexplosion 2014

Bei Crew Republic ist die Sache anders gelagert: Als wir auf Crew Republic aufmerksam wurden, bestanden sie aus 5 hungrigen Jungs, heute sind es nur noch Firmengründer Hanel und Schnigula und was kam zuletzt Inspirierendes aus dem Münchner Norden? Ja, man braut ab und zu ein „Experimental Brew“ – zurzeit gibt es ein Dry Hopped Lager und ein West Coast IPA, ansonsten nur das Standard-Sortiment, das sind verschiedene Ales, angefangen bei einem leichten Pale, IPAs, das gute Escalation (ein Double IPA) und ein solides Imperial Stout, das Roundhouse Kick. Ja, coole Biernamen haben sie schon.

CREW REPUBLIC – gähnende Langeweile

Am Wind segelt die Crew schon lange nicht mehr. Als sie angefangen haben, damals als Crew Ale Werkstatt, inspirierten sie die ganze Szene, sie waren sicher Pioniere beim Erobern von Super- und Getränkemärkten. In den Hotspots Europas, den Craftbierkneipen, sieht man sie selten bis gar nicht. Deutsche Crafties, die heute  glänzen, sind Fuerst Wiacek, FrauGruber, Sudden Death… Kleine authentische Crafties wie Orca oder Blech.brut überzeugen durch originelle, experimentelle Biere. Aber da gibt es einen entscheidenen Unterschied: Die genannten Größen sind alles Gipsy Brewer, also ohne eigene Brauerei. Man macht Collaboration Sude mit anderen (inter)-nationalen Größen. Und was macht Crew Republic? Man sollte doch meinen, dass die Crew mit ihrer eigenen Brauerei die Freiheit bekam, auch zu experimetieren. Aber ein gutes New England IPA, ein Brut IPA oder ein Milkshake IPA, das sind alles Stile, die die hungrigen authentischen Brauer alle mal ausprobierten die letzten Jahre. Das gibt es alles nicht von Crew Republic. Wie wäre es mal mit einem fassgelagerten Roundhouse Kick? Lieber Herr Hanel: Was wollt ihr denn groß machen?

Ob nun ein Konzern mit 30% Weltmarktanteil böse ist oder nicht, das darf sich jeder anhand seiner Phantasie selbst überlegen: Finanziell wird es sich sicher lohnen für Hanel und Schnigula. Die Hopfenjünger wünschen der Crew alles Gute. Eure Authenzität und eure Originalität, die ihr leider verloren habt in den letzten Jahren, die werdet ihr in den kräftigen Konzernarmen von AB Inbev nicht mehr finden. Ab und zu begegnet einem die Crew heute im Internet zu rabattierten Preisen. Vielleicht schlägt Johannes mal zu und trinkt dann nochmal ein Escalation 7:45, und hofft, dass es noch so schmeckt wie einst 2014, als die Doldengranate der Crew noch geiler Scheiß war.

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